Border

Wer ist hier das wahre Monster? Nach einem Drehbuch von „So finster die Nacht"-Autor John Ajvide Lindqvist kommt mit „Border" der nächste, ungemein aneckende Fantasy-Hit aus nordischer Produktion.

Tina (Eva Melander) arbeitet als Zollbeamtin an der Grenze zwischen Schweden und Dänemark. Doch Tina ist anders - zumindest anders als die Menschen, denen sie tagtäglich begegnet. Ein seltsam verformtes Gesicht und die ungewöhnlich ausgeprägte Muskelkraft bilden da nur die offensichtlichste Spitze: Tina kann nämlich riechen, wenn jemand Angst, Zorn oder Scham verspürt. Ein Talent, welches ihre Chefs beim Zoll natürlich unglaublich schätzen. Doch Tina ist eine Außenseiterin, die sich eher in der Natur als unter Menschen heimisch fühlt - bis eines Tages Vore (Eero Milonoff) vor ihr steht. Der Reisende, bei dem Tinas Fähigkeiten erstmals versagen, sieht ihr überraschend ähnlich. Ein mystisches Geheimnis scheint die beiden im Innersten miteinander zu verbinden...

Wie haben wir das eigentlich geschafft? Vier Stunden in der Maske, zehn Stunden beim Dreh und eine Stunde, um das Make-up wieder zu entfernen. Danach eine Kleinigkeit im Auto essen, schlafen und alles wieder auf Anfang.

Eva Melander via Brief Take

​Wer offen für obskure Geschichten, fantastisch finstere Märchenwelten und Indie-Produktionen mit Arthouse-Flair ist, sollte sich „Border" definitiv nicht entgehen lassen. Von Kritikern weltweit als bestes Beispiel dafür gefeiert, wie effektiv und monströs (Wortwitz beabsichtigt) die feine Kunst des Maskenbilds doch sein kann, hat sich die schwedisch-dänische Produktion unlängst einen festen Platz im Herzen eines jeden Fantasy-Fans gesichert, der den Streifen bereits im Kino genießen konnte. Der Blick auf das Team hinter „Border" verrät dabei relativ schnell, wie es zu diesem Überraschungserfolg kommen konnte. Bereits sein überragendes Drehbuchdebüt „So finster die Nacht" wurde zum ewigen Genre-Klassiker - auch wenn inzwischen eher das ebenfalls gelungene, jedoch im Vergleich zum Original etwas schwächere US-Remake mit Chloë Grace Moretz und Kodi Smit-McPhee größeren Bekanntheitsgrad erlangen konnte („Let Me In"). Nach längerer Pause vom Film, in der er sich wieder mal der Welt der Romane widmen konnte, stellt „Border" nun John Ajvide Lindqvists Quasi-Comeback nach exakt zehn Jahren dar - eine solche Vita kann sich definitiv sehen lassen. Mehr noch als die Skriptarbeit des Schweden und das Regietalent Ali Abbasis („Shelley"), muss man allerdings tatsächlich die grandiose Maskenarbeit hervorheben. Was das Team da hinter den Kulissen geschaffen hat, ist nicht von dieser Welt, wirkt unfassbar echt und auf finstere Art und Weise doch irgendwie falsch - wer braucht schon CGI?